Stauden für trockenen, mageren Boden

Gärtnern ohne Gießen – ein Ding der Unmöglichkeit? Wir sagen: Es geht! Die Pflanzen, die wir hier für Sie zusammengestellt haben, bringen eine hohe Trockentoleranz mit und überstehen daher auch sommerliche Trockenphasen.

An trockene, magere Standorte angepasste Pflanzen: Kleine Standortkunde

Die Naturstandorte, von denen diese Pflanzen zu uns kommen, verraten uns einiges über ihre Standortansprüche. Pflanzen, die dort gedeihen wollen, müssen an heiße, trockene Sommer anpasst sein und an kühle, feuchte Winter- und Frühlingsmonate. Schwerer, tonhaltiger und noch dazu im Winter staunasser Boden verbietet sich für solche Pflanzen von selbst. Nicht anders steht es um fette Böden: Mit ihrem Überangebot an Nährstoffen hätten sie bei diesen Pflanzen unansehnliches Wachstum oder, schlimmer noch, Wurzelfäule zur Folge.

An trockene, magere Standorte angepasste Stauden – ideal für das sogenannte Xeriscape Gardening – stehen vorzugsweise auf leichten, kiesigen, im Winter scharf wasserzügigen Böden. Ihre natürliche Gartenverwendung haben sie im Alpinum, in der Steinanlage und im Kiesgarten. Da sie sehr genügsam sind, sind sie zudem prädestiniert für die Haltung im Topf, Blumenkasten oder Trog und für die Bepflanzung von Trockenmauerkronen. Die meisten von ihnen verlangen nach voller Sonne. Unsere Stauden für trockenen Schatten finden Sie in einer eigenen Rubrik.

Xeriscape-Pflanzen stammen typischerweise aus mediterranem Klima, ihre Herkunftsgebiete liegen an den Mittelmeerküsten Europas oder Nordafrikas sowie an der amerikanischen Westküste (Kalifornien). Je nach Spezies sind sie unterschiedlich winterhart (von Z 6 bis Z 9); ob sie einen mitteleuropäischen Winter überstehen, wird letztendlich entscheidend von den Kulturbedingungen beeinflusst, die Sie ihnen in Ihrem Garten bieten.

Mittelmeerduft in meinem Garten! Thymian, Lavendel, Oregano – diese Halbsträucher und Stauden können eine enorme Entwicklung an den Tag legen. Sie sind von der Natur für den Fall sommerlicher Trockenheit mit allen dafür nötigen Überlebensmechanismen ausgestattet. Auch Gräser haben ihren Platz im wasserarmen Garten. Stipa und Festuca bringen Licht und Leichtigkeit in die Gestaltung, Eragrostis und Muhlenbergia steuern warme Farben bei.

Kombinieren Sie Pflanzen aus derselben geographischen Region miteinander, so können Sie unter gestalterischen Gesichtspunkten kaum etwas verkehrt machen: Harmonische Bilder entstehen dabei wie von selbst.

Stauden für trockenen, mageren Boden - Origanum vulgare

Origanum vulgare L. (Origanum hirtum Link)
Sturm, J., Sturm, J.W., Deutschlands flora, vol. 20 (1845-1849)

Umgang mit trockenem Boden

Wenn Ihr Boden von Natur aus mager und steinig ist, werden diese Pflanzen bei Ihnen keinerlei Eingewöhnungsschwierigkeiten haben. Als Pflanzvorbereitung können Sie den Boden mit je einem Teil grobem Sand und guter handelsüblicher Blumenerde auf einen Teil Gartenerde verbessern. Die meisten der sogenannten Xerophyten – an Trockenmilieus angepasste Pflanzen – verfügen über ein starkes Wurzelsystem, sei es ein dichtes, weitreichendes Wurzelgeflecht, seien es tief im Boden verankerte Pfahlwurzeln. Daher empfiehlt es sich, die Pflanzstelle gut aufzulockern, in der Tiefe ebenso wie in der Breite – selbst wenn Sie dabei zu Hacke, Pickel und Brechstange greifen müssen!

Wenn Sie hingegen auf regulärem Gartenboden einen Mittelmeergarten gestalten wollen, sollte der oberste Punkt auf Ihrer Tagesordnung eine Überprüfung des pH-Werts des Bodens sein. Der überwiegende Teil der an Trockenstandorte angepassten Stauden und Gräser bevorzugt Boden im minimalst sauren bis alkalischen Bereich. Dazu erhöhen Sie einfach im Zuge der Bodenvorbereitung den Anteil an Komponenten, die die Wasserzügigkeit fördern, indem Sie nach Bedarf kalkhaltigen Bodenverbesserer beimischen. Seien Sie sich jedoch im Klaren, dass auf nährstoffreichem Boden der Zuwachs dieser Pflanzen oft stärker als erwünscht erfolgt, mit Nebenwirkungen wie unausgewogenem Habitus und verkürzter Lebensdauer.

Viele dieser Pflanzen zeichnen sich durch dickfleischiges Laub und kissenartigen Wuchs aus. Durchlässiger Boden reicht für ihr Überleben nicht aus! Eine gut daumenstarke Kiesschicht, um den Wurzelhals ausgebracht, sorgt für bessere Belüftung und reicht oftmals schon aus, damit die Pflanze die für sie riskanteste Zeit des Jahres – einen nasskalten Winter – heil übersteht.

Was ist mit organischem Mulchmaterial? Die meisten dieser Pflanzen leiden unter feuchten Wintern und einem zu hohen Nährstoffgehalt des Bodens. Auf organischen Mulch verzichten wir daher ganz bewusst und lassen ihnen lieber eine 3–4 cm starke Schicht mineralischen Mulch angedeihen – Kies oder Splitt mit einer Korngröße von 8–15 mm ist ideal. Auf dieser Oberfläche werden später Samen und winzige, beim Rück- oder Pflegeschnitt herabrieselnde Pflanzenteile leicht Wurzeln schlagen, sodass im Nu ein naturhafter Aspekt entsteht.

Und was ist mit Mulchfolie? Die vergessen Sie am besten ganz schnell – im Liebhabergarten ist Plastikplane mit Pflanzschlitzen nichts als ökologischer Nonsens.

Gießen überflüssig!

Wer in trockenem Klima wohnt – im Mittelmeerraum oder in Küstennähe (südeuropa) – pflanzt vorzugsweise im Herbst; die Neuanpflanzungen profitieren beim Anwachsen von winterlichen und frühlingshaften Regenfällen, sodass sie noch vor Beginn des trockenen Sommers gut einwurzeln können. Frühlingspflanzungen sollten hier gut//mit Argusaugen beobachtet werden. Im ersten Standjahr kann es nötig sein, hin und wieder zu gießen.

Aus dem bisher Gesagten folgt, dass eine automatische Bewässerung – ob mit dem Rasensprenger oder per Tröpfchenbewässerung – keine gute Idee für Xeriscape-Pflanzen ist: All diese Maßnahmen können Wurzel- oder Blattfäule auslösen und sind daher potenziell tödlich.

Fassen wir also zusammen: Damit ein Garten gut gedeiht, ist nichts weiter nötig, als die Standortansprüche der Pflanzen einerseits sowie die gegebenen Kultur- und Klimabedingungen andererseits zu berücksichtigen. Als Hilfe haben wir für Sie eine Suchmaschine eingerichtet – unsere Expertensuche: Die rechte Pflanze am rechten Ort. Weitere nützliche Info finden Sie außerdem in unseren Erläuterungen zum Kiesgarten.

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