Schattenstauden

Bäume, Häuser, Mauern – einen Garten völlig ohne Schatten wird man kaum finden. Machen Sie sich dies zunutze: Verwandeln Sie einen solchen Schattenplatz in einen geheimnisvollen grünen Rückzugsraum, an dem Sie auch bei der größten Sommerhitze Kühle finden.

Vollschattig oder halbschattig? – So sehen es die Pflanzen.

Jegliches Pflanzenwachstum ist von vier grundlegenden Faktoren abhängig: der Bodenbeschaffenheit, den Niederschlagsmengen, den Höchst- und Tiefsttemperaturen sowie den Lichtverhältnissen. Hieraus ergeben sich endlose Kombinationsmöglichkeiten und eine fast ebenso endlose Pflanzenvielfalt.

Die Lichtverhältnisse beeinflussen über das Chlorophyll, einen natürlichen, Photosynthese betreibenden Farbstoff, das Pflanzenwachstum. Dieses „Blattgrün“ schluckt bestimmte Wellenlängen des Lichts, was dem Laub seine grüne Farbe gibt.

Dieses Wissen hilft, die zahlreichen Anpassungen der Pflanzen an unterschiedliche Lichtverhältnisse zu verstehen:

  • Vollsonniger Standort: Die Natur reagiert auf den starken Lichteinfall unter anderem mit verkleinerten Blattspreiten, einem schützenden Haarkleid (dem sogenannten Indument), reflektierenden, weißen oder silbrigen Blattoberflächen, der Umwandlung von Blättern in Stacheln oder dem Aufrollen des Blatts.
  • schattiger Standort: Bei Pflanzen für Halbschatten reagiert die Natur unter anderem mit vergrößerten, dünneren bis hin zu durchscheinenden Blattspreiten und einem stärkeren Chlorophyllgehalt, wodurch das Laub gleichmäßig dunkelgrün erscheint.
  • Wie tief der Schatten ist, hängt davon ab, in welchem Maße das Licht durch ein Hindernis abgeschwächt oder blockiert wird. Aufgabe des Gärtners ist es, solche Pflanzen auszuwählen, die die für den Pflanzplatz notwendige Schatten- oder Lichttoleranz mitbringen – nur so können sie sich dort ansehnlich entwickeln.

Primula officinalis - Schattenstauden

Primula officinalis (L.)
Flora von Deutschland (1885)

Schatten oder Halbschatten? Eine Bestimmungshilfe.

Um die für einen Standort passenden Pflanzen auszuwählen zu können, hilft es, wenn man zwischen unterschiedlichen Schatten- und Lichtverhältnissen zu unterscheiden weiß:

  • Vollsonnig nennt sich ein Standort, der im Sommer zur heißesten Tageszeit mehr als 6 Stunden Sonne erhält;
  • lichter Schatten herrscht an einem Standort, der hell und offen ist, ohne dabei direktes Sonnenlicht zu erhalten;
  • halbschattig nennen wir einen Standort, der im Sommer morgens oder abends 2–6 Stunden Sonne erhält;
  • schattig oder vollschattig ist ein Standort, an den so gut wie keine Sonne gelangt; ein solcher Platz liegt beispielsweise auf der Nordseite einer Mauer oder eines Gebäudes oder im Schatten dichter Baumkronen (von Laubbäumen ebenso wie von Nadelbäumen) und erhält im Sommer weniger als zwei Stunden direkte Sonne.

Schattenzonen im Garten können die unterschiedlichste Gestalt annehmen – es kann ein Pflanzstreifen an einem Mauerfuß sein, ein Beet- oder Gehölzrand, lichter Waldboden unter Laubbäumen, dunkler Waldboden unter Laubbäumen oder ein Bereich im dichten Schatten von Koniferen. Nicht zu vergessen: Auch in einem sonnigen Staudenbeet gibt es Schatten, nämlich den, den die Beetbewohner selbst werfen. Dies wird nur zu gern übersehen, wie wir nicht selten beobachten können!

Verwendung von Schatten- und Halbschattenstauden

An geringere Lichtverhältnisse angepasste Stauden und Gräser zeigen sich bei Hitze und bei direktem Lichteinfall generell eher empfindlich. Außerdem weisen viele Halbschattenstauden eine höhere Verdunstungsrate (Transpiration) auf, weshalb sie nach frischen Böden verlangen; besonders üppig gedeihende Stauden benötigen zudem entsprechend nährstoffreichen Boden.

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Verwendung von Halbschattenstauden für guten Gartenboden

Die Mehrzahl der Halbschattenstauden bevorzugt humosen, durchlässigen, nahrhaften Gartenboden, der auch im Sommer verlässlich frisch ist.

Der Idealfall: Ihre Schattenflächen liegen im Gebäudeschatten oder aber im Schatten von Gehölzen, die in so reichlichem Abstand stehen, dass Wurzelkonkurrenz mit unseren geliebten Stauden kein Thema ist.

Am Gehölzsaum, im Schattenbeet und unter lichten laubabwerfenden Gehölzen entstehen im milden Licht des Frühlings wunderschöne Gartenbilder, wenn sich Zwiebelblüher mit frühblühenden Stauden und farbigem Laubaustrieb vereinen. Für die perfekte Abrundung sorgen Farne und Gräser (Carex, Deschampsia, Hakonechloa, Imperata, Luzula); später im Jahr kommen gewichtigere Stauden wie Digitalis und Herbstanemonen hinzu.

Sollten Sie das Glück haben, im Garten über einen natürlich feuchten, halbschattigen Bereich zu verfügen (auch wenn man sich natürlich selbst eine Sumpfzone einrichten kann), erweitert sich die Pflanzenpalette um üppigere Stauden wie Filipendula, Aruncus, Hosta, Eupatorium, Ligularia, Persicaria und asiatische Kandelaber-Schlüsselblumen.

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Stauden für tiefen Schatten

Tiefer Schatten stellt den Gärtner vor Probleme. Im Regenschatten von Bäumen bleibt der Boden trocken; Koniferennadeln sammeln sich zu einem dicken Teppich und lassen den Boden versäuern; im dichten Geflecht von Baumwurzeln lässt sich mitunter kaum ein Pflanzloch graben.

Selbst bei frischem Boden entwickeln sich Stauden unter dichtem Geäst oft nur zögerlich. Hervorzuheben für solche Plätze sind diverse Farne, dazu Polygonatum und Gräser wie Carex und Hainsimsen (Luzula sylvatica 'Aurea', Luzula nivea, Luzula pedamontana).

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Verwendung von Stauden für trockenen Schatten

Der GAU: Trockener Schatten durch Wurzelkonkurrenz oder Regenschatten.

Nur wenige Pflanzen kommen mit trockenem Schatten zurecht. Manche allerdings zeichnen sich durch Anpassungen an Trockenheit aus – in Form von wachsigem und/oder ledrigem Laub (Asarum, Blechnum spicant, Carex morrowii, Cyrtomium, Epimedium, Luzula, Ophiopogon, Pachysandra, Vancouveria, Vinca, Waldsteinia), verdickten Wurzeln (Ophiopogon, Cyclamen, Liriope) oder fleischigem Blattwerk (Sedum spurium, Chiastophyllum).

Dennoch ist es möglich, auch hier Halbschattenstauden zu pflanzen – man muss sie nur regelmäßig mit Wasser versorgen und darf die ebenfalls nach Wasser lechzenden Sträucher nicht zu groß werden lassen. Die Schmuckwirkung wird durch anspruchsvollere Halbschattenstauden in großzügigen Kübeln unterstützt (Brunnera, Heuchera,Hosta, Primula).

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Ausführlichere Info: Shade gardening – rhs.org.uk; Jill Billington, Wo eins zum anderen passt, Gerstenberg 1999; Beth Chatto, Schattengarten, DVA 2011.

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